Klausurtagung 2017

Gemeinsam, kritisch und unabhängig – Freie Ärzteschaft macht Politik für Ärzte

Im winterlichen Kassel hat sich die Freie Ärzteschaft (FÄ) Ende Januar zu Ihrer Klausurtagung getroffen. Die Diskussionen der zahlreichen Teilnehmer machten noch einmal klar: Die Freie Ärzteschaft ist der unabhängige Verband, der Haus- und Fachärzte unter einem Dach vereint. Auch deshalb haben sich viele neue Mitglieder für die FÄ entschieden.

Was wir 2017 vorhaben

Die Freie Ärzteschaft ist der einzige berufspolitisch kritische, bundesweite Ärzteverband. Das lässt sich besonders eindrucksvoll an der Entstehung einer GOÄneu beobachten: Während sich alle anderen Berufsverbände von der Bundesärztekammer wieder „in die Spur“ bringen und mit den Legendierungen der Leistungen beschäftigen lassen, konzentrieren wir uns weiter auf die Bewertungen und geplanten Änderungen des Paragrafenteils. Beim Deutschen Ärztetag im Mai in Freiburg wird die FÄ wieder in die Ecken leuchten, in die keiner schauen will, und hartnäckig um Lösungen im Sinne der Ärzte ringen. Unsere Position: keine GOÄneu nach EBM-Muster. Wir behalten gern die jetzige GOÄ, die man nur aktualisieren müsste.

Auch die Freiberuflichkeit und ärztliche Therapiefreiheit stehen 2017 auf unserer Agenda. Eine Managed-care-Medizin mit Rationierung, Selektivverträgen, von den Kassen beeinflussten Diagnosecodes, vorgeschriebenen Behandlungspfaden und Billigpauschalen darf sich nicht durchsetzen. Geld für ärztliche Arbeit statt für Diagnosecodes – dieses Thema werden wir auch auf dem Kongress Freier Ärzte am 17. Juni in Berlin diskutieren. Dieser Kongress ist seit Jahren ein Highlight unabhängiger und kritischer Diskussionen der freiberuflichen Ärzte. Das vorläufige Programm finden Sie hier.

Konsequent setzen wir uns weiter für die ärztliche Schweigepflicht und den Schutz der Patientendaten ein. Mit Verbündeten und Kooperationspartnern arbeiten wir an Lösungen zur dezentralen Datenspeicherung und werden demokratische Alternativen auf den Tisch bringen. Die Digitalisierung in der Medizin ist ein weiteres Hauptthema auf dem Kongress Freier Ärzte.

Dieses Jahr ist Bundestagswahl. Die SPD hat angekündigt, die Einführung einer Bürgerversicherung zu einem ihrer großen Wahlkampfthemen zu machen. Aber warum nicht Privatversicherung für alle mit transparenter Kostenerstattung wie in der Schweiz? Diese Frage diskutieren wir mit Gästen aus der Schweiz, der Wissenschaft und der Privaten Krankenversicherung auf dem Kongress Freier Ärzte. In die Wartezimmer werden wir die Frage tragen: Wo bleibt eigentlich das Geld der Versicherten? Mit Wahlprüfsteinen werden wir den Parteien auf den Zahn fühlen, wie sie sich die künftige Gesundheitspolitik vorstellen. Wir werden die Bundestagswahl mit breiter Öffentlichkeitsarbeit begleiten und Ärzte wie Patienten über Hintergründe informieren.

Freie Ärzteschaft wirkt

Das große Pfund unseres Verbandes ist, aus einer unabhängigen Position heraus immer wieder den Finger in die Wunden legen zu können. Durch schlagkräftige Öffentlichkeitsarbeit wird die FÄ als Ärzteopposition gut wahrgenommen. Seit 2006 sind wir auf den Deutschen Ärztetagen mit sachorientierten Beschlüssen und kritischen Redebeiträgen vertreten. Wir sind seit zehn Jahren maßgeblich an der bundesweiten Bürgerinitiative „Stoppt die e-Card“ beteiligt, nehmen an Podiumsdiskussionen teil und bringen unsere Positionen in Gremien, Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen ein. Der Kongress Freier Ärzte mit berufspolitisch zentralen Themen hat sich zu einer anerkannten Veranstaltung gemausert, die mit renommierten Referenten locken kann.

Die Ergebnisse unserer Arbeit sprechen für sich: Beispielweise konnten wir im Wesentlichen verhindern, dass Klinikkonzerne und Krankenkassen mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte das Ruder im Gesundheitswesen übernehmen. Von Kassen gesteuerte „Versorgung“, Selektivverträge und Morbi-RSA sind in ein kritisches Licht gerückt. Und die Novellierung der GOÄ lässt sich nicht an den Interessen der Ärzte vorbei durchpeitschen. Unser Erfolgsrezept: Steter Tropfen höhlt den Stein.

22.02.2017

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