Pressemitteilung vom 25.07.2017

Kritische Wartezimmerkampagne zur Bundestagswahl: Befragen Sie die Kandidaten zur Gesundheitspolitik!

(Foto: js-photo/Fotolia)

Rente, Steuern, innere Sicherheit und Flüchtlingspolitik – die Parteien haben begonnen, um die Gunst der Bürger bei der Bundestagswahl im September zu buhlen. Doch wo bleibt das Thema Gesundheit? „Obwohl im Gesundheitswesen einiges den Bach runtergeht, ist Gesundheitspolitik für viele Parteien kein Topthema im Wahlkampf“, stellt Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft (FÄ) fest. „Für die meisten Bürger ist Gesundheit aber ein ganz wichtiges Thema, und für uns Ärzte auch.“

„Wir fordern einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik, mehr Zeit für unsere Patienten und eine solide Finanzierung der ambulanten Medizin in Deutschland“, sagte Dietrich am Dienstag in Essen. „Es kann nicht sein, dass die Krankenkassen sich weiter als Sparkassen der Republik gerieren und bei steigenden Rücklagen nur noch 15 Prozent ihrer Ausgaben in die ambulante Medizin investieren.“

Überschäumende Bürokratie, Budgets und niedrige Behandlungspauschalen machten es den Ärzten immer schwerer, ihre Patienten so zu behandeln, wie diese es bräuchten. Die Freie Ärzteschaft will das Thema Gesundheit daher mittels einer kritischen Patienteninformation in die Wartezimmer der Arztpraxen tragen und die Patienten ermutigen, den Bundestagskandidaten in ihrem Wahlkreis mit Fragen auf den Zahn zu fühlen (www.freie-aerzteschaft.de/aktivitaeten/downloads). „Jeden Tag sitzen deutschlandweit Millionen Patienten in den Wartezimmern. Für sie ist Gesundheit ein wichtiges Thema und sie können vor der Wahl die richtigen Fragen stellen“, sagt FÄ-Vize Dr. Silke Lüder.

Etwa: Warum steht für jeden einzelnen Patienten im heutigen System so wenig Zeit zu Verfügung? Wofür müssen die Haus- und Fachärzte jeden Tag stapelweise Papiere ausfüllen? Warum sollen alle Krankheitsdaten mithilfe der elektronischen Gesundheitskarte online gespeichert werden, obwohl sie niemand vor Hackern schützen kann? Und ist die Rendite von IT- und Medizinkonzernen wichtiger als die Existenz einer guten Arztpraxis um die Ecke? FÄ-Vize Dr. Silke Lüder betont: „Die Haus- und Facharztpraxen sichern die medizinische Betreuung der Bevölkerung. Sie bilden das Rückgrat der ambulanten Medizin in Deutschland. Die niedergelassenen Ärzte behandeln mehr als 90 Prozent aller Krankheitsfälle.“ Gute Medizin sei nur mit Therapiefreiheit, angemessener Finanzierung und der Wahrung der Schweigepflicht zu leisten.

Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt: presse@freie-aerzteschaft.de
V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V., Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen,

Tel.: 0201 68586090, E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de

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