TV-Beitrag

Bayerischer Rundfunk: Praxisärzte klagen über elektronische Gesundheitskarte

Die Anbindung der Arztpraxen an die Telematik-Infrastruktur (TI) läuft sehr schleppend. Selbst die KBV geht davon aus, dass bislang von 150.000 Praxen erst maximal 20 Prozent angeschlossen sind. Kein Wunder, wenn man sich in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks ansieht, mit welchen Problemen Praxen täglich kämpfen, die sich an die TI angeschlossen haben. Klar ist auch, dass der Zeitpunkt des Zwangsanschlusses bei diesen Verhältnissen erneut verschoben werden wird. Abwarten ist also eine sinnvolle Alternative.

Hier den Beitrag des BR ansehen.

Wie in dem Beitrag müssen Ärzte weiter parallel ihre alten Kartenlesegeräte benutzen, weil die neuen Geräte nicht einwandfrei funktionieren und manche Karten nicht einlesen können. Wer die Hotline anrufen will, braucht eine Menge Geduld: „Die ist meistens überlastet“, heißt es in dem Beitrag. Viele Ärzte wollen ihre Praxis gar nicht erst an die TI anschließen. Sie akzeptieren nicht, dass die Krankenkassen immer mehr die Patientendaten einsehen können.

„Zu recht“, kommentiert Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft. „Wir Ärzte haben die Daten unserer Patienten und unsere Schweigepflicht zu schützen und sind für alles persönlich verantwortlich, was wir an sensiblen Daten verarbeiten und weiterleiten. Der Zwangsanschluss an die Telematik-Infrastruktur widerspricht nach Meinung vieler Kolleginnen und Kollegen den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung. Daher seien wie in dem Film viele Ärzte eher bereit, die drohenden finanziellen Einbußen von 1 Prozent des Honorars in Kauf zu nehmen, als sich an dieses System anzuschließen.

21.09.2018

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